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Die Kokosnuss passt nicht in den Getränkehalter: Isla Mujeres

Vor der Reise dachte ich:
„Ich habe noch nie davon gehört, also muss es ja ein nahezu unentdecktes kleines Paradies sein.“

Nach der Reise denke ich:
„Nur weil ich noch nie von etwas gehört habe, heißt das nicht, dass andere Leute den Ort nicht kennen. Aber wenn man den anderen aus dem Weg geht, hat es immer noch genug paradiesisches.“


Mit der Fähre geht es die 13 km von Cancún aus auf zur Isla Mujeres, das Ganze kostet 180 pesos.
Das Inselchen ist nur 7 km lang un 650 m breit (ja, Meter!) und das meiste von ihr ist ein wahr gewordener Urlaubstraum. Die Strände und das Wasser sind wie im Bilderbuch und man findet meist eine ruhige Ecke, in der man alleine ist.

An den Straßen sieht das mit dem „in Frieden Urlaub machen“ schon wieder anders aus. Man kommt – ungelogen – keine zehn Meter weit ohne angeschnackt zu werden, es wird versucht dir alles zu verkaufen: Essen, Trinken, Touren, Schnorcheln, Tauchen (auch mit Haien, auch im Unterwassermuseum!), Souvernirs, Tattoos, ein Golf Cart … Moment mal, ein was? Ja, ein Golf Cart. DAS Fortbewegungsmittel auf der Insel. Das sieht in der Tat sehr lustig aus (oder ist es wieder nur meine europäische Brille?). Das ist einer der Gründe weswegen wir gerne am Straßenrand sitzen und die anderen Leute auf uns wirken lassen, während wir bei einer älteren Dame an einem Wagen mit Essen (nein, kein Foodtruck-Schnickschnack, sondern das Gegenteil) für 25 pesos richtig satt werden. Gegenüber halten ein paar Amerikaner ihr Golf Cart an, um eine Kokosnuss am Straßenrand zu kaufen. Diese wird fachmännisch aufgesäbelt, bekommt dann einen Strohhalm verpasst und dann könnte die Fahrt auch schon weiter gehen, leider passt die Kokosnuss nicht in den Getränkehalter. Aber man kann nicht alles haben, nicht wahr?

Apropos „nicht alles haben“: mit Alkohol in Mexiko ist das so eine Sache. Eigentlich ist das öffentliche Trinken untersagt, für die Isla gibt es aber eine Sonderregelung. Das finden wir erst mal gut. Nun ist es so, dass Alkohol im Supermarkt nur bis 21:00 verkauft wird und als wir an der Kasse ankommen ist es 21:05.

Ich schaffe es aber als Migränegeplagte von selbst schon immer ganz gut mit der Übelkeit. So verfasse ich den schönsten Tagebucheintrag ganz ohne Alkoholkonsum:

Fähre auf eine Karibikinsel: 180 pesos
Hotelzimmer: 2000 pesos
Wegen eines überraschenden Migräneanfalls Wand und Boden des Hotelbads vollkotzen während vor der Tür ein Alleinunterhalter „Don’t you worry bout a thing“ schmettert: wirklich unbezahlbar

Immerhin gibt es für mich genügend Flüssigkeit – allerdings von oben. Auch im schönsten Urlaubstraum kann mal Regen fallen, oder es gewittert. Oder es ist dann wie bei unserem Aufenthalt und es hört nicht mehr auf mit beidem; die Straßen laufen voll Wasser und alle hübschen Golf Carts sind nicht mehr einsatzfähig.
Zumindest nicht für einen ganzen Urlaubstag.

Die restliche Zeit verbringen wir – mangels Golf Cart – in Playa Norte, der Touristenecke. Sind dabei aber stets bemüht keine Touristen zu sein. Und auch das geht. Wir essen Quesadillas auf dem Bordstein sitzend und schauen uns die Basketballspiele der ansässigen Jugendmannschaften an. Und auch bei einem Endstand von 56:12 empfinden wir das als genau das richtige Maß an Abenteuer.
Wir fühlen uns entspannt, als wir die Insel wieder verlassen.

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