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Meh, Meh, Mérida

Vor der Reise dachte ich:
„Eine Stadt mit einer langen Historie und prachtvollen Bauten erwartet mich. Hier kann ich mich in den Straßen treiben lassen und Geschichte in mich aufsaugen.“

Nach der Reise denke ich:
„Kein Treibenlassen, kein Aufsaugen. Lediglich ein paar schöne Gebäude, die dann aber auch alle geschlossen hatten, als ich rein wollte.“


Wir fahren nach Mérida in einem ADO Bus – die First-Class-Busgesellschaft Mexikos. Die Reise ab Tulúm dauert knappe vier Stunden und ist wirklich komfortabel. Es dudelt der Fernseher, man kann des Vorhang zu ziehen und den Sitz zurücklehnen. Tickets gibt’s an Busstationen und auch die Webseite ist mittlerweile ganz schick und ohne Spanisch-Kenntnisse relativ gut zu bedienen.

Bereits nach der Ankuft geht es aber bergab mit unsere Laune. Das liegt in erster Linie daran, dass unser Airbnb-Host nicht da ist und seine Handynummer nicht funktioniert. Wir kommen kurz bei den sehr schrägen kiffenden Nachbarjungs unter, bis wir am Abend endlich reingelassen werden. Auch das Zimmer hält leider nicht, was es uns versprach. Es gibt nur ein Einzelbett aber unser Gastgeber lässt sich dazu herab uns noch eine Hängematte zu besorgen. Wir freuen uns immer noch auf die Stadt.

Unsere Unterkunft liegt vorstädtisch etwas außerhalb. Wir nehmen also einen Linienbus, der einige Umwege fährt und uns nach sehr holpriger Fahrt irgendwann im Zentrum abwirft. Heute, an einem Montag, haben alle Museen zu, die Kirchen leider auch. Weitere Dinge, die uns interessierten, öffnen erst am Abend. Wir sind enttäuscht. Noch enttäuschter sind wir allerdings von der Unfreundlichkeit, Distanziertheit und absoluter Unberechenbarkeit der Leute hier. Auf jede noch so freundlich formulierte Frage bekommen wir entweder gar keine Antwort oder eine sehr patzige. Das beeinträchtigt auch die weiteren Tage und wie wir mit der Stadt umgehen. Leider gibt es auch keine Taco-Stände, die uns ein bisschen Freude sichern würden. Leute fahren hier von ihren eigenen Garagen direkt in Malls und essen dort Nudeln. Sehr gute Linguini, wie unser Host uns versucht schmackhaft zu machen.

Ist man ähnlich unzufrieden wie wir, gibt es noch die Flucht ins Umland. In der Nähe der Stadt befinden sich
– die überhaupt nicht bekannte Stadt Progreso
– die sehr bekannten Cenotes (die halb eingestürzten mit Süßwasser gefüllten Höhlen)
– die weltbekannten Ruinen von Chichen Itza, über die ich mehr in einem extra Post über Maya-Ausflugsziele schreiben werde

Ich schließe das Kapitel Mérida mit dem Wissen, dass das schlechte Wetter, der schlechte Gastgeber und die schlechte Schlafsituation wohl einen großen Teil zu unserem Unwohlsein getan haben. Aber auch die Ausstellungen, die wir besuchen konnten, das Essen, das wir essen konnten und alle anderen Menschen, die wir treffen konnten, waren einfach nicht toll. Wenn nicht sogar das Gegenteil. Vielleicht berichtet mir jemand noch andere Erfahrungen. Das würde mich nicht zuletzt für die Stadt sehr freuen.

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PS: Ein richtig bewegendes Erlebnis gab es doch. Eine Kakerlake. In meinem Bett. Auf mir drauf. Auf der nackten Haut. Die zu groß war, um sie mit einem normalen Glas zu fangen. Der Mixer unseres Hosts war aber groß genug sie zu schnappen. Lecker.

 

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