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Ziemlich ruiniert: Tulúm, Chichén Itzá, Teotihuacán

Kaum vorstellbar Mexiko zu besuchen aber keine seiner Ruinenstädte. So habe ich mir in den vergangenen fünf Wochen drei der bekanntesten Ruinen und Pyramiden Mexikos angeschaut. Natürlich ist dies nur ein kleiner Bruchteil – aber Stoff genug, um einen schnellen Überblick über die Besonderheiten ebendieser zu geben.

Oft werden Maya und Azteken (und auch Inka) in einen Topf geworfen wenn über südamerikanische Hochkulturen gesprochen wird. Gemein haben sie natürlich ihre grobe Verortung, ihren Status als anerkannte und geschätzte Ureinwohner bestimmter südamerikanischer Länder und ihre Überlegenheit gegenüber anderen Völkern ihrer Zeit – Sie verfügten für das jeweilige Zeitalter gesehen über mathematisches und astronomisches Wissen.
Den Unterschied machen (vereinfacht ausgedrückt) vor allem die Zeit, in der sie lebten, Region, Religion und Sprache.

Wem jetzt schon die Augen zu fallen vor Langeweile, kann sich gern auch nur die Fotos angucken. Das kann ich ja eh nicht kontrollieren.


Tulúm
Tulúm, besiedelt seit ungefähr 1200 und im 13. und 14. Jahrhundert eine der größeren Städte der Halbinsel, hat zwei Besonderheiten: Zum einen war sie eine der letzten verbliebenen Städte der untergegangenen Zivilisation, zum anderen liegt sie thronend eindrucksvoll direkt am Meer. Die innere Stadt wird von einer zum Meer hin offenen Stadtmauer umrundet, an deren Ecken Wachtürme stehen. Neben Tempeln und Häusern, findet man hier eine Stätte zur Beobachtung des Sternenhimmels. Der sagenumwobene Maya-Kalender wurde an solchen Plätzen wie diesem erstellt und überprüft. Wer von dem Wort „Maya-Kalender“ heute keine Gänsehaut mehr bekommt (wir haben 2012 ja schließlich doch alle ganz gut überstanden), wird aber wenigstens von der Aussicht auf den Küstenstreifen eine bekommen. Hier an der Riviera Maya schaut man von den Häusern einer untergegangenen Kultur in die Tiefen des türkisblauen Meeres.

Tulúm überzeugt landschaftlich mehr als baulich. Wenn man es morgens vor den Touristenströmen einrichten kann, kann man auch abseits der eigentlichen Stadt in der Zona Arquelógica einen tollen Tag inmitten von sattem grün verbringen und dem ein oder anderen Tier beim Sonnenbaden zusehen.

Chichén Itzá
Chichén Itzá ist die meist besuchte Pyramidenstätte Mexikos. Täglich machen sich Touristenscharen auf den Weg hier her. Entsprechend kann sich Chichén Itzá überlaufen anfühlen. Das ist der Stadt selbst allerdings nicht neu. Denn schon zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert hat diese Stadt eine überregional eine bedeutende Rolle gespielt. Mit einer Fläche von 1547 Hektar, zahlreichen monumentalen und repräsentativen Bauten mit religiösem oder politischem Hintergrund, kann man sich hier (besser als in Tulúm) das Treiben von vor tausend Jahren vorstellen. Eine große Stufenpyramide (die Kukulcán-Pyramide) ragt dabei eindrucksvoll heraus. Sie kann heute leider nicht mehr bestiegen werden.

Chichén Itzá hat (für zwar nicht wenig Eintrittsgeld) richtig was zu bieten. Es ist weitläufig und gut gepflegt. Wenn man möchte, schafft man es auch hier den über das Gelände laufenden Touristenhorden aus dem Weg zu gehen.
Das Bild wird lediglich getrübt von Straßenhändlern, die sich dicht an dicht drängen und teils sehr unnötige Produkte an den Mann und die Frau bringen wollen.

Teotihuacán
Nach einem Inlandsflug nach Mexiko-Stadt, hatte ich nun auch die Chance mich mit den Azteken und ihrer Kultur zu beschäftigen. Sie stellen die letzte bedeutende Hochkultur Mittelamerikas nach der Eroberung durch die Spanier dar. Zur Ankunft der Spanier hatte ihre Hauptstadt 250.000 Einwohner und das Volk, das sich selbst auch „Mexica“ nannte, beherrschte weite Teile des heutigen Mexikos. Die Azteken verfügten bereits über Errungenschaften, wie der Schulpflicht, hielten aber auch an brutalen Opferritualen fest. Das heutige Mexiko-Stadtwurde auf den Ruinen der damaligen Hauptstadt der Azteken „Tenochtitlan“ erbaut. Einige Ruinen sind bis heute in der mexikanischen Hauptstadt zu bewundern – und sollten nicht mit „Teotihuacán“ verwechselt werden.

Teotihuacán liegt etwa 45 Kilometer nordöstlich der Stadt und ist eine der bedeutendsten prähistorischen Ruinenstädte Amerika. Das Gebiet war bereits seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert besiedelt. Eine Besonderheit ist, dass die Azteken die bei ihrer Ankunft selbst schon eine Ruinenstadt vorfanden, die seit Jahrhunderten verlassen war und sie dann neu besiedelten.

Zwischen 100 und 650 nach Christus war die Stadt das dominierende kulturelle, wirtschaftliche und militärische Zentrum Mesoamerikas. […] Sie war die mit Abstand größte Stadt auf dem amerikanischen Kontinent und eine der größten der Welt. Ab etwa 650 schwand ihr Einfluss, bis sie um 750 aus noch nicht vollständig geklärten Gründen weitgehend verlassen wurde. Ihre kulturellen Einflüsse prägten Zentralmexiko aber noch bis zur spanischen Eroberung Mexikos.

Hier dominiert der Einheimischen-Tourismus. Mexikaner selbst strömen durch die Anlage und auf die noch zu begehenden Pyramiden.

Abseits der Großen Pyramiden kann man noch Reste der Wandverzierungen einfacher Wohnhäuser bestaunen. Das aztekische Leben in Farbe, wenn man so will. Nicht zuletzt deswegen hat man bekommt man hier das beste Gefühl dafür, dass vergangene Kulturen eben nicht unzivilisierte kleine Dorfstämme waren. Das macht Eindruck und regt zum Nachdenken an.

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