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Mein drittes Weltwunder. Aber in vielem die Nummer 1: Die Chinesische Mauer.

Nach Chichen Itzá und dem Kolosseum, stand ich also vor ihr – der Chinesischen Mauer. Es ranken sich Geschichten und Mythen um das Bauwerk, wie um kein zweites. Aber sie bietet ja auch genug Platz dafür: Die Chinesische Mauer ist das längste Bauwerk der Welt und hinsichtlich ihres Volumens und Masse gilt sie auch als ihr größtes. Nach einer Vermessung 2009 wurde die Länge der Chinesischen Mauer mit 8.851,8 km angegeben.

Und weil groß Ding Weile haben will, kann man ihren Bau nicht mehr ganz genau datieren. Aber „verdammt lang her“ kommt schon hin.
Schon 214 v. Chr. wurden erste Schutzwälle errichtet. Es wird aber angenommen, dass der Bau der „Großen Mauer“ im 7. Jahrhundert v. Chr. begann und dass sie seitdem immer wieder aus- und umgebaut wurde. Die heute bekannte Form erhielt sie in der Zeit der Ming-Dynastie, der letzten großen Ausbauphase: 1493 begann der Bau der Ming-Mauer, die dem Schutz gegen die Mongolen und der besseren Überwachung des Handels dienen sollte.
(Quelle zu Jahreszahlen: Wikipedia)

Aber damit nicht genug. Die Mauer wird auch heute noch ständig restauriert. Bei Peking steht ein 600 km langer Abschnitt, der größtenteils in einem guten Zustand ist. Verschiedenste Abschnitte können besichtigt werden (Badaling und Mutianyu sind die meistbesuchtesten). Die Öffnungszeiten variieren je nach Lage, ebenso die Eintrittspreise, es ist aber nirgends wirklich „teuer“.

Jetzt zu unserem Aufenthalt: 70 Kilometer von Beijing entfernt, haben wir uns für Huanghuacheng entschieden – einem ursprünglichen und etwas abgelegeneren Abschnitt der Mauer. Er ist an vielen Stellen unrestauriert und man kann der Mauer über verschiedene Wege folgen.

Wir waren im November hier.
Und so wechselhaft wie der November 2016 in Peking ist nicht mal meine eigene Stimmung, wenn ich keine Schokolade mehr im Haus habe.

Ich habe in den drei Wochen hier von „Bei 20 Grad und strahlendem Sonnenschein die Verbotene Stadt erkunden“ bis hin zu „In meinem dicksten Wintermantel den ersten Schnee spüren“ alles mitnehmen können. Der Besuch an der Mauer fällt leider klimatisch eher in zweiteren Teil. Deswegen war alles ein bisschen durch einen sehr grauen Himmel getrübt, aber man konnte bei frischer Luft am Wasser durchatmen. Am Wasser? Ja.

Im Englischen wird dieser Teil der Mauer oft als „Great Wall Lakeside“ angepriesen. Denn ein großer Staudamm nebst Stausee formen die heutige Kulisse. Im ersten Moment ist das nicht „schön“ anzusehen, wenn man auf den großen Damm zu läuft, doch das Wasser entschädigt einen später von der anderen Seite auf jeden Fall. Leider ebenso unschön das Dorf, das an diesem Mauerabschnitt liegt. Ich muss hierzu aber einräumen, dass ich nicht weiß, ob es sich hier um einen reinen Saison-Standort handelt oder ob dieses Dörfchen wirklich schon tot ist. Es gab bei unserem Aufenthalt lediglich ein Restaurant mit sehr schlechter Küche und einen Kiosk. Anwohner, die ihrem Alltag nachgehen haben wir auch nicht sehen können. Außer denen mit den Röst-Erzeugnissen. Denn hier setzt man auf das Rösten von Nüssen, schmackhaft zubereitet im Betonmischer. Hier kein Bild dazu aber eins zum allgemeinen Feeling:

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Generell kann man hier mit nicht allzu viel körperlichem Aufwand (3-4 Stunden) alles rund um den See erkunden.
Kleine Besonderheiten sind mehrere Mauerstücke, die nach dem Bau des Stausees versunken sind und etwas „off-trail“ fließende Bäche zwischen steilen Felswänden. Da hat man selbst im November einiges zu sehen.
Im Sommer soll hier alles voller gelber Blumen stehen. Aber naja, dazu kann ich nichts sagen.

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Was ich aber noch sagen kann ist: es lohnt sich!
Vielleicht war nicht die „beste Jahreszeit“ und auch nicht der „beste Abschnitt“, aber wir konnten fast allein sein, innehalten und durchatmen und das alles auf einem waschechten Weltwunder. Da kann man sich wirklich nicht beschweren.

2 Kommentare zu “Mein drittes Weltwunder. Aber in vielem die Nummer 1: Die Chinesische Mauer.

  1. Tolle Fotos, ich war auch begeistert von dieser enormen Mauer, leider hat es bei mir in Strömen geregnet 😀

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