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Roadtrip – Von Barcelona bis Lissabon. PART 1: Urlaub genießen zwischen Stadtverkehr, Maut und illegalen Parkeinweisern.

Sich einfach mal treiben lassen. Dem Winter entkommen und ganz relaxed durch Spanien fahren. Romantische Dörfer und den Blick aufs Meer genießen. So stellen wir uns diese Reise vor und starten ganz naiv ins Abenteuer „Roadtrip“.

Damit euch ein bisschen von dem nun schon zwischen den Zeilen angekündigtem Stress erspart bleibt, schreibe ich heute diesen Bericht als kleine Planungshilfe. Ich habe mich bemüht Teilstrecken, schöne Zwischenziele und hilfreiche Tipps zum Parken und und und zusammenzufassen. Anschnallen, auf geht’s!

Roadtrip Spanien PortugalDas ist grob unsere Route. Hier die die Stopps, wie wir sie angefahren sind, grob 2000 km:
Barcelona – Valencia (1 Nacht) – Murcia / Cartagena / Gebas (2 Nächte) – Granada (2 Nächte) – Málaga (2 Nächte) – Ronda (1 Nacht) – Sevilla (2 Nächte) – Faro (1 Nacht) – Lagos (2 Nächte) – Aljezur (1 Nacht) – Sines (1 Nacht) – Sétubal (1 Nacht) – Lissabon.

In diesem Post gibt’s Infos zum spanischen Teil der Strecke.

Gut zu wissen – wir wussten es nicht: Maut in Spanien ist unglaublich teuer. Wir sind blauäugig mit Maps auf dem schnellsten Weg losgefahren und mussten an der ersten Station 6,20€ nach ein paar Kilometern zahlen. Erst dann habe ich das Internet befragt, um rauszufinden, dass uns allein diese erste Teilstrecke 38€ kosten würde, wenn wir so weiterfahren.

Kurz vor den Schnappatmungen finden wir raus, dass sich bei Maps ganz einfach über „Routenoptionen“ „Mautstrecken vermeiden“ einstellen lässt. Halleluja!

Das klappt ganz hervorragend. Und die staatlichen Autobahnen sind wirklich nicht viel schlechter als die privaten Mautstraßen. Willst du doch zahlen – aus welchen Gründen auch immer, ich verurteile dich nicht – gibt es hier übrigens einen tollen Routenplaner, der dir den Preis so einer Fahrt ausrechnen kann.

Barcelona – Valencia (350 km):

In Valencia gibt es P+R Optionen. Wir haben uns für „Valencia Sud“ entschieden, einen kostenlosen Parkplatz im tiefsten Nichts, aber direkt an der Metro und neben einem Gebäude, das von einem Wachmann gesichert wird. Und so malen wir uns aus, dass er vielleicht auch ein Auge auf den Parkplatz hat.
Das Metrosystem in Valencia treibt uns fast in den Wahnsinn durch seine Undurchsichtigkeit. Man kann sich ein Ticket kaufen und es mit verschiedenen Fahrten aufladen. Wir dachten, wenn wir auf 2 klicken, bedeutet das 2 Tickets und nicht 2 Fahrten für einen Menschen. Ihr merkt selbst…
Wir schaffen es aber natürlich zum Hotel und können einen schönen Tag in Valencia verbringen. Natürlich mit Paella Valenciana!

Valencia – Murcia (220 km):

Industrielle Orangenplantagen ziehen genauso an uns vorbei, wie dürre Einöde (sogar mit reichlich vielen Büschen Steppenroller auf der Fahrbahn) und hässliche Dörfer in der Nähe der Straßen. Ob das schon das Erlebnis Roadtrip in Spanien sein soll? Wir werden sehen.

Neue Stadt. Neue Regeln. Neue Parksituation. Murcia ist sehr klein und hat einen kostenfreien Parkplatz, so weit so gut, so… doch nicht ganz kostenfrei.
Wir lesen bereits vorab von „Parking Gorillas“ – Typen, die auf Parkplätzen abhängen und dich einweisen. Natürlich in der Hoffnung Geld dafür zu bekommen. Nach den ersten paar Google-Einträgen haben wir nur noch wenig Lust auf diese Leute. „Wenn man ihnen nichts gibt, schlagen sie dir das Fenster ein.“ Mh, mh, mh.

Als wir ankommen ist der Parkplatz und alle Straßen drum herum gerammelt voll. Was uns jetzt noch helfen kann, ist nur einer, der das komplette Areal den lieben langen Tag im Blick hat und da kommt er auch schon, joggt mit uns 200 Meter zu einem freien Platz und geht dann wieder auf Abstand – ohne nach Geld zu fragen. Alles klar, wenn das der Deal ist, ist das doch gar kein schlechtes Geschäft: Dir werden freie Plätze gezeigt, du wirst eingewiesen und nicht direkt angeschorrt. Wir machen einen Euro locker und gehen zum Hotel.

Von Murcia aus kann man sehr gut die Barrancos de Gebas (toll, toll, toll!) und das nahegelegene Cartagena erkunden!

Murcia – Granada (280 km):

Das Hinterland beginnt sich zu verwandeln. Zunächst in Prärie.

Haben wir uns verfahren und sind abseits der Mautstraßen innerhalb von zwei Tagen bis nach Amerika gekommen?

Dann fällt mir wieder ein, dass Westernfilme in Andalusien produziert werden. „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Für eine Handvoll Dollar“, „Zwei glorreiche Halunken“ – Jap, alle zwischen Murcia und Granada gedreht.

Und dann wird’s noch viel wilder: während ich noch krampfhaft damit beschäftigt bin links von mir diese Filmkulisse durch die Autoscheibe zu fotografieren, erhebt sich rechts von uns die schneebedeckte Sierra Nevada. „Wow.“ verlässt ein paar Mal unseren Mund und wir gucken immer wieder von links nach rechts, um zu begreifen wie das möglich sein kann. Ist es wohl einfach!

Links

Rechts

Um die Parksituation mussten wir persönlich uns in Granda keine Sorgen machen, da das einzige Hotel, das wir uns leisten konnten, etwas außerhalb lag. Nach dem ersten Erkunden der Stadt ist aber auch uns klar, dass das zufällig sehr gut war. Alte Stadt, alte Gassen. Und dann noch alles in Hügel gekloppt: Wenn man hier aus Gewohnheit oder Versehen das Stadtzentrum ins Navi eingibt, hat man verloren. Das Internet hat sich aber vor mir schon bemüht Parkplätze aufzulisten, wie zum Beispiel hier.
Parkflächen an der Alhambra sind übrigens kostenpflichtig aber genug und bequem zu haben.

Granada – Nerja – Málaga (150 km):

Eigentlich wollte ich unbedingt ein Bild in Orangenbäumen, muss nun aber den Traum endgültig an den Nagel hängen. Nur noch Oliven über Oliven säumen unseren Weg. Auch schön. Noch viel schöner: auf diesem kurzen Abschnitt zwischen Granada und Málaga hat man viele Chancen ans Meer und am Meer entlang zu fahren.

Vorher müssen sich aber alle höhenängstlichen Reisenden sich gut festhalten. Zumindest mache ich das als Beifahrer fast die ganze Teilstrecke so, während wir gefühlte 100 Täler auf Brücken überqueren. Brücken, die mehr an Achterbahnkonstruktionen erinnern, wie sie auf ihren Stelzen in den Himmel ragen.

Krallt euch in die Polster und genießt den Blick in die Ferne. Runter gucken solltet ihr vielleicht lieber nicht.

Als Zwischenstopp entscheiden wir uns für Nerja. Ein durch und durch touristischer Ort, der uns aber an diesem Wintertag sehr gut gefallen hat. Es gibt ein paar kleine Straßen mit vielen Geschäften und vor allem Restaurants und Cafés und der Blick aufs Meer ist wunderbar.

Und zack. Ist man auch schon in Málaga – wo Parken so richtig „pain in the Allerwertester“ ist. Der Malagaguide hat hier alles Wissenswerte rund um gesonderte Parkzonen und kostenpflichtige Parkplätze zusammengefasst.
Am einfachsten ist es sich eine Wohnung oder ein Hotel mit Parkgarage zu nehmen. Unsere Wohnung für den Aufenthalt in Málaga ist da ein echter Glücksgriff. Fußläufig zum Zentrum, tolle Hosts und eine Garage.
Hier konnten wir Silvester ganz in Ruhe verbringen und die Stadt zu Fuß erkunden.

Málaga – Ronda (100 km):

Auf dem Weg nach Sevilla liegt Ronda, das man auch sehr gut als kurzen Zwischenstopp anfahren kann. Wir entschließen uns aber eine Nacht zu bleiben, stellen wir uns dieses Ronda doch super romantisch vor. Wenn man die Google-Suchanfrage startet, wird einem folgendes ausgespuckt „Ronda: Kleinstadt, Spanien. Ronda liegt auf einem Berggipfel in der andalusischen Provinz Málaga. Sie besitzt eine atemberaubende Lage oberhalb einer tiefen Schlucht.“

Ich sehe mich schon tiefenentspannt mit einem Buch rumsitzen und die Ruhe genießen. Ein Gedankenfehler, den ich wohl auf jeder meiner Reisen mindestens ein Mal mache.

Ronda ist klein, aber eben immer noch eine Stadt. Und abseits des wirklich tollen historischen Stadtkerns, ist sie gar nicht mal so schön. Parken treibt uns wieder mal dazu uns gegenseitig nicht etwa zu beruhigen, sondern anzukeifen und unser Parkplatz wird ein Platz an einer Hauptverkehrsstraße im Industriegebiet, gleich neben einer Halle voll von Allerlei made in China.
Wir müssen nun also etwas laufen, finden die Aussichten im Zentrum aber so spektakulär, dass wir eine Nacht vor Ort trotzdem empfehlen würden. Schaut selbst:

Ronda – Sevilla (130 km):

Unseren letzten Abschnitt in Spanien fahren wir ausnahmsweise nicht in der Abenddämmerung sondern vor Sonnenaufgang, um das Auto pünktlich in Sevilla abzugeben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Aussichten meines Lebens verpasse, als wir wieder aus Ronda herunterrollen oder ob mir ein paar Herzinfarkte erspart geblieben sind.

Die letzten zwei Stunden unseres Trips durch Spanien sind schnell gefahren und als uns das Taxi später zu unserem AirBnB im Ortsteil Macarena bringt, sind wir mehr als glücklich kein Auto mehr dabei zu haben. „Ich schmeiß euch mal hier raus, ihr geht jetzt zu Fuß da durch, okay?“ war nicht der Faulheit des Fahrers geschuldet, sondern weil die schmalen Gassen wirklich teilweise nicht passierbar sind.

Autofahren in Sevilla macht wohl nur Leuten Spaß, die relaxter sind als ein Faultier nach einer leckeren Kralle voll Blätter.

Die Straßenführung ist nicht durchsichtig, Einbahnstraßen führen dich stets im Zickzack durch die Gegend. Und wie schon erwähnt, es ist wirklich eng in vielen Ecken der Stadt. Also das kleinste Parkhausübel suchen und schnell abstellen. Und dann kann man Sevilla richtig gut genießen!

Fazit nach 1250 Kilometern:
  • Roadtrips von Stadt zu Stadt sind NICHT romantisch. Stadtverkehr macht einen immer wahnsinnig und wenn man dann noch in so großartig erhaltene alte Städte, wie die in Spanien fährt, wird’s ab und an wirklich nervenaufreibend.
  • Man schafft diese Strecke sehr schnell, wenn man will. Das richtige Urlaubsfeeling kommt aber nur, wenn man sich Zeit nimmt und vielleicht ein bisschen mehr in Küstenorten hält.
  • Mautstraßen vermeiden ist überhaupt kein Problem und dauert im worst case 40 Minuten länger.
  • Parken ist ein Problem, das sich aber mit Geld lösen lässt. Sei es der Euro für den illegalen Parkplatzwächter, das P+R Ticket, ein Platz im Parkhaus oder ein Apartement mit Tiefgaragenstellplatz. Wer das einfach einkalkuliert und nicht zu sehr auf Sparfuchs macht, wird schon zurecht kommen.
  • Spanien kann landschaftlich einfach alles! Schneebedeckte Berge, Wildwestkulissen, Orangenbäume, satt grüne Hügel, Täler, Küstenstraßen und Strände. Da ist auf ein paar hundert Kilometern wirklich für jeden was dabei.

To be continued – in Portugal!

 

 

4 Kommentare zu “Roadtrip – Von Barcelona bis Lissabon. PART 1: Urlaub genießen zwischen Stadtverkehr, Maut und illegalen Parkeinweisern.

  1. magdalenagajewski

    „Parken treibt uns wieder mal dazu uns gegenseitig nicht etwa zu beruhigen, sondern anzukeifen(…)“ – bester Satz!
    Aber auch sonst ist dein Beitrag wieder erfrischend ehrlich und macht gerade dadurch Lust auf mehr.

    Ich freue mich schon auf Portugal! 🙂

    Liebe Grüße
    Magdalena

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  2. Cooler Trip, glaube den werde ich auch so mal machen..

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  3. To be continued in Portugal fehlt aber …

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    • Danke dir für die Kommentare! Ja, ich weiß – und ich bin nicht stolz drauf. Aaaber nach deinem Kommentar habe ich mich animiert gefühlt und kann sagen: Ich bin dran! 🙂

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